Ihre Ansprechpartner

Gerd Pohl

Dr. Gerhard Pohl
Wiesenstraße 18
48653 Coesfeld
Telefon: 02541 7205-4103
Fax: 02541 7205-1999
E-Mail: gerd.pohl@caritas-coesfeld.de

Petra Nachbar

Petra Nachbar
Wiesenstraße 18
48653 Coesfeld
Telefon: 02541 7205-4104
Fax: 02541 7205-1999
E-Mail: suchtpraevention@caritas-coesfeld.de

 
SuchtPrävention  

Online-Sucht: Symptome wie bei Alkohol und Drogen

Suchtpräventionsstelle der Caritas Coesfeld nimmt neue "Spielsucht" in den Blick/Noch nicht als Krankheit anerkannt

Coesfeld/Münster (cpm). Kontrollverlust, allmähliche Steigerung der Dosis, Vernachlässigung - alle klassischen Symptome des Alkoholismus oder der Drogensucht findet Dr. Gerd Pohl hier wieder: "Das Surfen im Internet und das Spielen am Computer wird zum Lebensmittelpunkt," zählt er ein weiteres Merkmal auf. Anlass genug für Pohl und seine Kollegin Petra Nachbar in der Fachstelle Prävention der Caritas Coesfeld, die neue "Droge" in den Blick zu nehmen. "Wir in der Prävention haben dabei den klaren Auftrag vorzubeugen", sagt Pohl. Die Kollegen nebenan in der Beratungsstelle haben es da ein wenig schwerer. Noch ist Online-Sucht nicht als Krankheit anerkannt und übernehmen die Krankenkassen keine Therapiekosten. Aber das sei anfangs bei Alkohol und Drogen auch nicht anders gewesen.

Die Diskussion anstoßen will die Arbeitskreis Prävention im Kreis Coesfeld mit der Fachtagung "Faszination Netzwelten" am 29. September in Dülmen. Über Risiken aber auch über Chancen wollen aber nicht nur die Fachleute unter sich, sondern sie mit den sogenannten "digital natives" diskutieren, Schülern des Richard-von-Weizäckers-Berufskollegs in Dülmen, die altersbedingt in die digitale Welt hineingeboren worden sind und ein ganz anderes Verständnis dafür haben.

Wobei die Faszination nicht nur Jüngere ergreife, sagt Pohl. Auch Erwachsene packe zum Beispiel das Online-Spiel World of Warcraft:. "Hier können die Spieler Identitäten annehmen, die sie in der Realität nie erreichen können". Auch fänden sie hier Gemeinschaft, weil man gemeinsam aufsteige. Schüchterne Menschen könnten sich stark zeigen, "Aggressive ungefährlich ihre Aggressionen ausleben", so Pohl.

Medienkompetenz vermitteln ist für Pohl das Schlüsselwort, um der Gefahr vorzubeugen. Das heiße die Chancen und Risiken kennen- und einschätzen zu lernen, Kreativität und Ich-Stärke zu fördern. Auch das wird Thema der Tagung sein, die die Caritas mit dem Arbeitskreis Prävention im Kreis Coesfeld organisiert. Darin hat sich 1993 ein breites Bündnis von Organisationen von der AWO über den Frauen e.V. und die Kreispolizeibehörde bis zum DRK-Kreisverband zusammengeschlossen.

Anmeldungen für die Fachtagung sind noch möglich beim Caritasverband für den Kreis Coesfeld unter Telefon 02541-7205-4103 oder per Mail an suchtpraevention@caritas-coesfeld.de .