
Marion Hafenrichter, Schwerpunkt Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und interkulturelle Öffnung
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Sensibles Zugehen, respektvolles Einfühlen
Im Rahmen seines interkulturellen Organisationsprozesses "connect" führt der Caritasverband für den Kreis Coesfeld eine Reihe von Fortbildungen für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Offenen Diensten und für interessierte Ehrenamtliche durch. Ziel ist eine Sensibilisierung für die Hintergründe von zugewanderten Personen in den Beratungsstellen.
Fatma El Ouardani, Diversity-Trainerin aus Düsseldorf, die sich auf interkulturelle Trainings spezialisiert hat, hielt einen Vortrag "Kultursensible Arbeit mit muslimischen Familien". Viele türkisch- und arabischstämmige Familien lebten auch in Deutschland in "kollektivistischen Strukturen", die in ihrer Heimat vorherrschen. Dazu gehöre etwa, dass Autorität nach Geschlecht, Status und Familienstand ausgeübt werde oder die Individuen sich über ihre Zugehörigkeit zu einer Großfamilie definierten. Dieser Zusammenhalt trage und schütze die einzelnen Familienmitglieder vielfach ein Leben lang, nicht nur in schwierigen Situationen. Entscheidungen wie die Berufswahl eines Jugendlichen würden daher auch eher im Sinne der größeren Gemeinschaft getroffen. Sie ermutigte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbands in den Offenen Diensten, ohne Scheu und Vorurteile auf zugewanderte Familien zu zugehen und sich in deren Lebenswelt respektvoll einzufühlen.
Durch Wissensvermittlung wolle der Caritasverband für die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund sensibilisieren, erklärte Marion Hafenrichter, Projektleiterin vom Caritasverband. Da die Referentin Fatma El Ouardani selbst einen Migrationshintergrund hat, konnte sie authentisch von Problemen bei der Integration im Zuwanderungsland berichten, wertete Hafenrichter. Die Fortbildung sei erhellend und praxisnah gewesen, berichtet Fachbereichsleiter Norbert Janning. "Ein erweitertes Verständnis von Strukturen und Werten in islamischen Familien erleichtert den Zugang zu ratsuchenden Personen mit Migrationshintergrund."
Die nächste Mitarbeiterkonferenz im Rahmen der "Interkulturellen Öffnung" findet am 18. Februar im WBK Coesfeld statt, bei der die Zwischenergebnisse aus den einzelnen Projektgruppen wie "Interkultureller Kompetenzpool" und "Vernetzung" zusammengetragen werden. Moderieren wird die Veranstaltung der Leiter des Instituts für soziale Innovation in Solingen, Hans Wierter-Wehkamp.
