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Marion Hafenrichter

Marion Hafenrichter, Schwerpunkt Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und interkulturelle Öffnung
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Coesfeld, 28. Februar 2011  

Interkulturelle Sensibilität im sozialen Berufsalltag

Mit dem Fachtag „Interkultur“ hat der Caritasverband für den Kreis Coesfeld das Projekt "connect" zur interkulturellen Öffnung seiner Dienste und Einrichtungen weiter fortgesetzt.

Gruppenbild vor der Moschee in Duisburg-Marxloh
Besichtigung der Ditib-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh

25 Mitarbeitende besuchten im Rahmen einer Exkursion das Sozialpsychiatrische Kompetenzzentrum Migration in Duisburg-Hamborn und die Ditib-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh.

Tatiana Hülsmann vom Sozialpsychiatrischen Kompetenzzentrum Migration stammt selbst aus Kasachstan und referierte über die Soziale Arbeit mit Zuwanderern aus Russland und den Umgang mit psychischer Erkrankung in deren Herkunftsland. Ihre Kollegen kurdischer und türkischer Abstammung beschrieben ihrerseits die Erfahrungen im Umgang mit türkischstämmigen Zuwanderern.

Psychosoziale Probleme würden häufig verdrängt und tabuisiert, Suchtprobleme nicht als Krankheit verstanden. "Erst wenn es gar nicht anders geht", kämen die Menschen hilfesuchend in die Beratungsstelle. Dabei sei es wichtig, unter Beachtung der kulturellen Besonderheiten zunächst Vertrauen aufzubauen, um weitergehende Hilfen vermitteln zu können. Neben Geduld und dem Mut, Fragen zu stellen sei die Vernetzung mit Migrantenorganisationen, Treffpunkten und weiteren Fachdiensten mit entscheidend für das Gelingen interkultureller Sozialarbeit, betonten die Referenten.

Die Dialogbeauftragte in der Ditib-Merkez-Moschee, mit 900 Mitgliedern eine der größten Moscheegemeinden in Deutschland, gab einen Einblick in Religion und Kultur türkischstämmiger Zuwanderer. Sie erklärte, dass die Moscheegemeinde gerade an Wochenenden auch kultureller Treffpunkt sei, und dass dort versucht werde, Mitgliedern in schwierigen Lebenslagen zu helfen.

Die Wichtigkeit von Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz betonten auch die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Mitarbeiterkonferenz im Rahmen des Projekts "connect" Mitte Februar in Coesfeld. Während der Konferenz wurden die nächsten Projektschritte diskutiert. So soll neben weiteren Fortbildungsveranstaltungen die Öffentlichkeitsarbeit des Caritasverbandes mehrsprachig gestaltet und ein verbandsinterner "interkultureller Kompetenzpool" weiterentwickelt werden. Auch die Gewinnung von mehr Mitarbeitern mit Migrationshintergrund soll bis zum Projektende im November 2011 vorangetrieben werden.