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Stand: 26.06.2018

Pressemitteilung

Cannabis soll illegal bleiben

Mehrere Menschen in einer DiskussionsrundeAus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten die Drogenbeauftragte Marlene Mortler sowie Marc Henrichmann, Marc-André Tews, Dr. Gerhard Pohl, Valentin Merschhemke und Andreas Nitz (v.r.) das Problem des Cannabiskonsums. Büro Marc Henrichmann

Die CSU-Politikerin war auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann in die Kreisstadt gekommen. Der CDU-Parlamentarier hatte gemeinsam mit der Fachstelle Suchtprävention des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld, der Kreispolizei Coesfeld, der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) im Kreis Coesfeld und dem Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg die Diskussionsveranstaltung organisiert.

"Cannabis - rein pflanzlich! Aber ohne Nebenwirkungen?" lautete ihr Titel. Dafür, dass sich eine Schule dem Thema öffne, zeigte sich Henrichmann dankbar. "Die Augen vor dem Problem zu verschließen, wäre das Falsche", erklärte er.

Auch für Marlene Mortler ist es nicht selbstverständlich, dass an Schulen offen über Cannabiskonsum gesprochen werde. Dabei hätten rund ein Fünftel aller jungen Erwachsenen innerhalb eines Jahres wenigstens einmal "gekifft". Unmissverständlich brachte sie ihre Haltung auf den Punkt: "Alkohol und Tabak sind schlimm genug, wir brauchen keine dritte Massendroge. Cannabis soll illegal bleiben". Als Gründe führte sie vor allem gesundheitliche Folgen an, darunter Psychosen, Depressionen oder Schädigungen des Gehirns. "Diese Folgen werden zu oft verharmlost." Davor warnte auch der Diplom-Psychologe und Kreis-Schulausschussvorsitzende Valentin Merschhemke: "Je früher jemand einsteigt, umso größer ist die Gefahr einer Abhängigkeit", so der Vertreter der CDA.

Die Polizei ist ebenfalls alarmiert. Kriminalhauptkommissar Andreas Nitz sprach von professionellen Tätergruppen auch im Kreis Coesfeld. Die Diskussion über die Legalisierung fand er "schädlich", denn viele Konsumenten glaubten, mit dem Besitz kleiner Mengen mache man sich nicht strafbar.

Lebenskompetenz wirkt gegen Drogen

Marc-André Tews, Leiter des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs, betonte, dass es wichtig sei, mit Jugendlichen im Gespräch zu bleiben. Die Konsumenten ernst zu nehmen, sah auch Dr. Gerhard Pohl als notwendig an. "Wir müssen nach den Gründen für den Konsum suchen", betonte der Leiter der Fachstelle Suchtprävention der Caritas. "In der Sucht- und Drogenprävention geht es immer um die Förderung von Lebens- und Risikokompetenz, egal ob eine Droge legal oder illegal ist. Dabei sollte eine einseitige Beschäftigung mit der gesundheitsschädlichen Wirkung einer Droge vermieden werden. Vielmehr sollten Bedeutung und Funktion des Cannabiskonsums im Jugendalter mit den Jugendlichen thematisiert werden. Dies gelingt aber nur, wenn Widersprüchlichkeit reduziert und Glaubwürdigkeit erhöht werden. Erst dann erhöht sich auch bei den Konsumenten die Bereitschaft, sich mit den Risiken auseinanderzusetzen."

Das Publikum, darunter durchaus auch Befürworter einer Legalisierung, diskutierte ebenfalls mit. Einige kritisierten eine Kriminalisierung der Konsumenten. Die Beratungslehrerin einer Coesfelder Schule brachte ein weiteres Problem des Cannabiskonsums ins Spiel: "Viele bewältigen den Schulalltag nicht mehr, schaffen Abschlüsse nicht, stehen Praktika nicht durch und scheitern letztlich beim Einstieg ins Arbeitsleben", warnte sie.

Büro Marc Henrichmann / CV