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Stand: 02.05.2017

Pressemitteilung

Realität besser als Image

Drei Mitarbeiterinnen aus dem Bereich PflegePetra Große Büning (hinten), Oxana Suchanow (links), Kristina Kempgen (rechts).CV / Judith Bomholt

Ebenso steile Karrieren von der Ausbildung zur Leitungsfunktion. Flexible Einstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten ermöglichen dies: Von ihrem Mann verlassen stand Oxana Suchanow plötzlich mit ihren Kindern alleine da. In Russland hatte sie ein Lehramtsstudium absolviert, die Anerkennung in Deutschland nachzuholen hatte ihr Mann nicht erlaubt, so hatte sie keinen Beruf - aber wie dann alleine für die Kinder sorgen? Durch die Beratung der Arbeitsagentur gelangte sie an die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin in der Sozialstation Senden des Caritasverbandes. Der Job gefällt ihr so gut, dass sie jetzt eine Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft beginnt - ohne weniger zu verdienen. Das verdankt sie dem WeGebAU-Programm der Agentur für Arbeit, das Weiterqualifizierungen fördert. Vom Caritasverband bezieht sie das Ausbildungsgehalt und die Arbeitsagentur stockt dies zum Gehalt der Pflegehelferin auf. Suchanow ist glücklich über diese Chance: "Ich habe mich in meinem Beruf gefunden, das ist einfach meins." Ob sie auch mal Gegenwind bei ihren Entscheidungen erlebt hat: "Nein, alle haben mich bestärkt. Meine Kinder sind richtig stolz und helfen mir sogar, wenn ich mich auf Prüfungen vorbereiten muss."

Die Karriereleiter empor geklettert ist auch die 28-jährige Petra Große Büning. Mit der Ausbildung zur Altenpflegerin ist sie gestartet und hat sich nach ein paar Jahren auf Leitungsposten im Verband beworben: "Es war gar kein Problem, ich war seit 2014 stellvertretende Pflegedienstleitung der Sozialstation Dülmen West und seit Kurzem übernehme ich die Leitung ganz. Berufsbegleitend absolviere ich eine Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft in der ich u.a. Mitarbeiterführung, BWL- und rechtliche Grundlagen lerne." Andere Berufe kamen für sie nie in Frage: "Mich erfüllen die Aufgaben, sie sind vielseitig und anspruchsvoll. Natürlich gibt es auch Dinge die nicht gefallen, aber die werden durch die Dankbarkeit der Menschen, die wir begleiten, komplett ausgeglichen. Und dazu kommt ein gutes Gehalt", so Große Büning. Ein Aspekt, bei dem auch die Auszubildende Kristine Kempgen im Vergleich mit Freunden immer die Nase vorn hat: "Wenn ich sage, dass ich in der Altenpflege arbeite, rümpfen viele die Nase. Die wissen gar nicht, was für ein toller Job das ist, dass zum Beispiel der medizinische Bereich dabei sehr interessant ist, die Arbeit mit den Menschen richtig Freude macht und das man außerdem gut verdient."

Der Caritasverband möchte den Tag der Pflege nutzen, um die Attraktivität der Pflegeberufe in den Vordergrund zu rücken. "In den Medien wird über diesen Bereich häufig berichtet, wenn Skandale auftreten. Sicher gibt es schwarze Schafe, aber man muss unterscheiden. In unserem Verband bemühen wir uns sehr, die Arbeitsbedingungen stetig zu verbessern und sind auf einem guten Weg. Viele Vorurteile sind wirklich unbegründet", so Doris Hinkelmann Ressortleiterin Pflege & Begleitung.