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Stand: 26.06.2018

Pressemitteilung

Ungenutzten Wohnraum ausschöpfen

Wohnungsschlüssel mit Anhänger in HausformRobert Kneschke / Fotolia

Zum Beispiel für Menschen mit Behinderung ist der Verband immer auf der Suche nach Wohnraum. "Das sind sehr zuverlässige, selbstständige und unkomplizierte Mieter. Meist kennen wir sie über viele Jahre durch unseren Dienst "Ambulant Begleitetes Wohnen" oder weil sie in unseren Wohnheimen leben. Wir können daher sehr gut einschätzen, ob und wann diese Menschen selbstständig genug für eine eigene Wohnung sind", so Ingo Emmelmann, Fachbereichsleiter Ambulante Wohnformen und Assistenz vom Caritasverband. Bei der Suche nach Wohnungen für Menschen mit Behinderung stößt er bei den Vermietern oft auf Vorurteile, damit möchten er und seine Kollegen aufräumen: "Diese Menschen sind sehr gut in der Lage, eigenständig ihre Wohnung zu pflegen und sich zu versorgen. Sie gehen einer geregelten Arbeit, zum Beispiel in den Caritas-Werkstätten nach, und die Miete wird in den meisten Fällen über die Grundsicherung bezahlt. Außerdem erfahren sie durch uns Begleitung, falls sie in bestimmten Dingen Unterstützung brauchen", erklärt Emmelmann. Er kennt aus vielen Gemeinden des Kreises Coesfeld die klassischen Einfamilienhäuser, die inzwischen nur noch durch ein oder zwei Personen bewohnt werden - zum Beispiel weil die Kinder ausgezogen sind. "Manche von denen haben bereits eine Einliegerwohnung, Andere überlegen vielleicht eine solche einzurichten. Wir würden dazu gerne ermutigen und stehen zur Verfügung, um zuverlässige Mieter zu vermitteln", sagt Ingo Emmelmann.

Dass der Wohnungsmarkt immer enger wird, beobachtet der Caritas-Vorstand, Johannes Böcker, bereits seit längerem. Sozialwohnungen werden stetig weniger weil die Sozialbindungen auslaufen und weil für die meisten neuen Investoren die Rendite die entscheidendste Rolle spielt - diese fällt bei sozialem Wohnungsbau immer geringer aus. Böcker betont, wie dringend es sei, endlich auch seitens der Politik die richtigen Weichen zu stellen: "Städte und Gemeinden sind am Zug, Flächen an den Zweck des sozialen Wohnungsbaus zu binden und sich vom Höchstpreisgebot zu lösen. Seitens der Regierung braucht es gute Fördermöglichkeiten für Investoren, so dass Projekte dieser Art attraktiver werden." Mangelnder, bezahlbarer Wohnraum ist ein immer akuter werdendes Problem, das längst auch im Kreis Coesfeld angekommen ist.