Die Zertifizierung bescheinigt, dass in den Werkstätten des Caritasverbandes bedarfsgerechte und arbeitsmarktnahe Bildungs- und Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen angeboten werden. Die AZAV-Zertifizierung (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) gilt als wichtiger Qualitätsnachweis für Träger arbeitsfördernder Maßnahmen. Das jährliche Audit stellt sicher, dass die Arbeitsabläufe den festgelegten Qualitätsstandards entsprechen und kontinuierlich verbessert werden.
Das Audit im November 2025 erstreckte sich über drei Tage mit insgesamt zwölf Stunden und fand in diesem Jahr als Videokonferenz statt. Neben Ressortleiter Michael Kempf, Qualitätsbeauftragten Thorsten Haas und Matrixverantwortlichen Sven Lienemeyer waren Bildungsbegleiter*innen und Gruppenleitungen in die Überprüfung eingebunden. Zu Beginn prüfte die Auditorin die organisatorischen und finanziellen Grundlagen des Caritasverbandes, darunter Vereins und Handelsregisterauszüge. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Qualitätsmanagementsystem, das kontinuierlich weiterentwickelt wird und sicherstellt, dass Prozesse, Dokumentation und Fortbildungen den Anforderungen der AZAV entsprechen. Im Berufsbildungsbereich wurden die angebotenen Maßnahmen, ihre Struktur und Umsetzung betrachtet. Ebenso prüfte die Auditorin, wie diese Inhalte dokumentiert werden. Im letzten Jahr erfolgte die vollständige Umstellung auf die Software Vivendi, wo die Mitarbeiter*innen alle Maßnahmen, Teilhabepläne und Entwicklungen der Klienten*innen nachvollziehbar festhalten. Auch die Räumlichkeiten und Sicherheitsaspekte, etwa die Prüfsiegel auf den Feuerlöschern, begutachtete die Auditorin. "Unsere Mitarbeiter*innen haben mit Laptop und Diensthandy in der Hand die Auditorin virtuell durch die Räume geführt", berichtet Haas.
Die AZAV-Zertifizierung bestätigt die hohe Qualität im Berufsbildungsbereich in den Caritas-Werkstätten.Caritas Coesfeld
Nach den drei Tagen folgte ein Abschlussgespräch, in dem die Auditorin ihre Eindrücke und erste Empfehlungen teilte. Anschließend übermittelte sie ihre Notizen an die Zertifizierungsgesellschaft GUTcert, die daraus den offiziellen Auditbericht erstellte. Dieser bestätigte die Qualität der Arbeit in den Werkstätten - ohne Beanstandungen, sondern mit Lob, Empfehlungen und Hinweisen für die weitere Entwicklung.
Die Werkstätten sind seit 2012 AZAV-zertifiziert und wurden 2023 erfolgreich rezertifiziert. In den Folgejahren finden jeweils Überwachungsaudits statt, die nächste große Rezertifizierung steht 2028 an. "Das Audit hat immer etwas von einer Prüfungssituation. Es geht aber um die Sache, nicht um die Person. Das Engagement aller Kollegen war beeindruckend. Viele haben spontan mitgewirkt und gezeigt, wie wichtig ihnen die Qualität unserer Arbeit ist", betont Qualitätsbeauftragter Thorsten Haas.
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