"Pflegende Angehörige haben mächtig viel zu tun. Viele arbeiten neben der häuslichen Pflege noch", weiß Kurberaterin Kristina Dälken aus Erfahrung. Sie unterstützt pflegende Angehörige mit Informationen zu Kuren und bei der Antragsstellung. Auch Familien, die sich im Dauerstress befinden, gibt sie einen ersten Überblick über mögliche Auszeiten vom Alltag. Einmal im Monat bietet sie hierzu offene Sprechstunden in vier Familienzentren im Kreis Coesfeld an: im DRK-Familienzentrum in Havixbeck, im Katholischen Kindergarten St. Josef in Nottuln Appelhülsen, im Familienzentrum Oberlau in Billerbeck und seit diesem Sommer auch im Familienzentrum St. Elisabeth in Lüdinghausen. Das Konzept der offenen Sprechstunde in den Familienzentren ermögliche spontane Beratungsgespräche ohne große Hürden und das für alle Generationen, weiß Benjamin Wieger, stellvertretende Einrichtungsleitung der Caritas-Sozialstation Dülmen, zu schätzen.
Kristina Dälken in einer typischen Beratungssituation.Caritas Coesfeld
Die Kurberatung beginnt mit einem ersten Gespräch über Erwartungen, Motivation, Ziele und Wünsche. Dabei klärt Dälken auch offene Fragen zum gesundheitlichen Zustand und zur Belastungssituation zu Hause, zur Antragsstellung und Finanzierung. "Wenn ich pflegenden Angehörigen und Eltern Last abnehmen und Unterstützung im Formalitäten-Wirrwarr bieten kann, ist das schon sehr hilfreich", sagt die Kurberaterin. Sie erlebt immer wieder, dass sich pflegende Angehörige und Eltern unwohl bei dem Gedanken fühlen, ihre pflegebedürften Angehörigen oder Kinder allein zu lassen. Dälken bespricht mit den Ratsuchenden dann, ob die Betreuung durch andere Familienmitglieder möglich ist oder ob Kurzzeitpflege in Betracht kommt. Mit ihrer Beratung hilft sie nicht nur bei organisatorischen Fragen, sondern gibt auch emotionale Unterstützung. Früher oder später käme immer der Moment, in dem pflegende Angehörige und Eltern zu dem Entschluss kommen: "Jetzt kümmere ich mich um mich."
Die erste Beratung findet vor Ort statt, die nachfolgenden Termine erfolgen in der Regel telefonisch. "Damit die pflegenden Angehörigen und Eltern nicht so einen weiten Weg haben", ergänzt Dälken. Wenn Eltern in die Erstberatung in eines der Familienzentren kommen, leitet Dälken sie für weiterführende Informationen und die konkrete Antragsstellung an ihre Kollegin Marita Sudeck weiter. Sie selbst übernimmt die weitere Beratung von pflegenden Angehörigen.
"Wir sehen, dass der Bedarf an der Beratung und den Auszeiten vom Alltag da ist", sagen beide. "Pflegende Angehörige melden sich nach ihrer Kur häufig bei mir, erzählen, wie gut ihnen die Auszeit getan hat, und bedanken sich für die Unterstützung", erzählt Dälken. Eltern berichten nach den Kuren oft, dass sie nun wieder gestärkt den Alltag bestreiten könnten.
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