Kisters arbeitet als Hauswirtschafts- und Betreuungskraft in der Caritas-Tagespflege Nottuln und im ambulanten Dienst in der Caritas-Sozialstation Dülmen. Mit pflegerischen Tätigkeiten hatte sie bis vor einem Jahr weder beruflich noch privat zu tun. Doch als ihre 79-jährige Schwiegermutter im letzten Jahr gestürzt ist und sich nicht mehr von allein aufstützen konnte, war es an der Zeit, sich mit häuslicher Pflege auseinanderzusetzen. "Wir waren zu viert und alle sehr ratlos", blickte Kisters auf den Sturz zurück. Ihre Schwiegermutter wurde mit einem Trümmerbruch in der Schulter ins Krankenhaus eingewiesen. Das Krankenhaus beantragte in dieser Zeit auch den Pflegegrad 2 und Hilfsmittel wie einen Rollator. Außerdem beauftragte es einen ambulanten Pflegedienst, nach der Entlassung täglich den Verband zu wechseln und Bewegungsübungen zu machen. Das half Kisters und ihrer Familie, die bei der häuslichen Pflege tatkräftig unterstützt, sehr. "Als meine Schwiegermutter entlassen werden sollte, habe ich erst einmal meine Chefin gefragt, was ich jetzt tun kann." Ihre Chefin Beate Badinski, Leitung der Tagespflege Nottuln, nannte ihr praktische Tipps und machte sie auf den Hauskrankenpflegekurs im September 2024 aufmerksam gemacht.
Wie lagere ich eine pflegebedürftige Person im Bett, die sich selbst nicht mehr bewegen kann? Was muss ich tun, wenn der Medizinische Dienst vor der Haustür steht? Im kostenlosen Hauskrankenpflegekurs erhalten alle Interessierten über zehn Abende hinweg die Möglichkeit, pflegerische Tätigkeiten unter professioneller Anleitung zu erlernen und auszuprobieren. "An einem Abend durften wir sogar einen Alterssimulationsanzug anziehen. Da habe ich unter anderem gemerkt, wie schnell man mit 80, 90 Jahren aus der Puste ist. Alles fühlt sich schwer an," berichtete Kisters. Außerdem klären die Referenten über die Leistungen der Pflegeversicherung, den Umgang mit Hilfsmitteln, Lagerungs- und Mobilitätstechniken, Kinästhetik sowie Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten auf. Es sei auch um die Ernährung von Älteren, ihr Schamgefühl und die Einrichtung von Pflegezimmern informiert worden. Vor dem Kurs seien Kisters und ihre Familie gar nicht auf die Idee gekommen, das Schlafzimmer so herzurichten, dass ihre Schwiegermutter den Lichtschalter vom Bett aus gut erreicht. "Eigentlich hätte mir der Kurs vorher besser getan. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Jetzt fühle ich mich definitiv gut vorbereitet." Ihr neues Wissen hat sie längst ihrer Familie weitergegeben. Zusätzlich kann sie jederzeit auf die gestellten Unterlagen und Notizen zurückgreifen. "Es gab keinen Abend, der nicht interessant war", sagte Kisters begeistert.
Im März beginnt der kostenfreie Hauskrankenpflegekurs erneut. In der Caritas-Tagespflege Nottuln (Martin-Luther-Straße 21) erhalten pflegende Angehörige, 24-Stunden-Pflegekräfte, Betreuungsmitarbeiter*innen und alle Interessierten vom 18. März bis zum 3. Juni (ausgenommen sind die Termine in den Osterferien) immer dienstags von 18 bis 20 Uhr Informationen zur Versorgung und Pflege eines Menschen in der eigenen Häuslichkeit. Außerdem können die Teilnehmer*innen jederzeit die Möglichkeit nutzen, sich untereinander über ihre Erfahrungen auszutauschen. Anmeldungen nimmt Birgit Diekmann gerne unter 02594 950-4000 oder diekmann@caritas-coesfeld.de entgegen.
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