Zum Start in das Jahr 2026 blicke ich mit großer Dankbarkeit auf zwölf Monate zurück, in denen wir als Caritas im Kreis Coesfeld viel bewegt haben.
Ein besonderer Meilenstein war die Eröffnung des Möbelladens in Lüdinghausen. Dieses Projekt ist mehr als nur ein Laden: Es ist ein Ort der Begegnung, der Nachhaltigkeit und gelebter Solidarität. Und er ist ein eindrucksvolles Beispiel für das enorme ehrenamtliche Engagement in unserem Verband. Ich danke allen Ehrenamtlichen, die im Möbelladen oder in anderen Einrichtungen und Diensten viele Stunden freiwillig investieren. Das ist ein starkes Zeichen gelebter Nächstenliebe!
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Ein weiteres Highlight war die Inbetriebnahme unserer neuen Wohneinrichtung in Nordkirchen. Sie bietet Menschen mit Behinderung ein modernes, barrierefreies Zuhause und stärkt die Teilhabe und Selbstständigkeit. Für das Jahr 2026 haben wir ein weiteres Bauvorhaben im Blick: den Ersatzneubau für das Wohnhaus Ascheberg. 40 Jahre nach der Grundsteinlegung für das heutige Gebäude werden wir in diesem Jahr erneut einen Grundstein legen. Denn: Die Bestandsgebäude in Ascheberg sind nicht barrierefrei und erfüllen nicht die heutigen Anforderungen an eine "Besondere Wohnform" für Menschen mit Behinderungen. Mit den beiden Neubauten schaffen wir die Voraussetzung, um Menschen mit hohem pädagogischen oder pflegerischen Unterstützungsbedarf einen Wohnplatz zu bieten. Mit den vorbereitenden Maßnahmen und dem Abriss der Bestandsgebäude wurde bereits begonnen.
Die Neubauten sind Teil unserer strategischen Weiterentwicklung. Aktuell befassen wir uns mit der Fortschreibung der Strategie für die Jahre 2026 bis 2028. Dazu haben wir uns intensiv mit der Markt- und Wettbewerbssituation sowie den Einflussfaktoren auf unsere Arbeit beschäftigt. Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahren deutlich spürbar: Die Zahl der Arbeitskräfte sinkt, während gleichzeitig mehr Menschen Pflege, Betreuung und Begleitung benötigen. Durch sozialraumorientierte, inklusive Wohn- und Unterstützungsangebote, durch den Einsatz von digitale und KI-gestützten Lösungen, durch barrierefreie und klimaresiliente Gebäude und durch neue Konzepte für berufliches und freiwilliges Engagement versuchen wir in unserer Strategie, dieser Entwicklung zu begegnen. In einer älter werdenden Gesellschaft setzen wir auf den Zusammenhalt der Generationen.
Die Jahreskampagne 2026 der Deutschen Caritas greift die demografische Entwicklung unter dem Titel "Caritas verbindet Generationen" auf. Die Kampagne erinnert uns daran, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit nur generationenverbindend zu bewältigen sind. Der demografische Wandel darf nicht in Trennung münden, sondern in Zusammenarbeit. Alt und Jung brauchen einander - für eine gemeinsame, tragfähige Zukunft. In der politischen Diskussion zur Zukunft des Sozialstaates erinnert die Kampagne daran, dass der Sozialstaat nicht zuerst ein Kostenfaktor ist, sondern ein Schutzraum. Ein Versprechen der Menschenwürde. Ein Ort, an dem die starke Schulter nicht wegsieht, wenn die schwächere Unterstützung braucht. Und gleichzeitig brauchen wir den Mut zur Erneuerung. Bei mehr als 500 unterschiedlichen Sozialleistungen und einer Vielzahl unterschiedlicher Definitionen von Einkommen und Vermögen ist eine Reform notwendig. Wir brauchen Entscheidungen, die nicht nur die nächste Umfrage im Blick haben, sondern alle Generationen. Entscheidungen, die nicht gegeneinander ausspielen - Jung gegen Alt, Pflegende gegen Pflegebedürftige, Familien gegen Alleinstehende, Stadt gegen Land. Sondern eine Politik, die versteht: "Nur zusammen geht Zukunft."
Zum Start in das neue Jahr möchte ich allen von Herzen danken, die einen Beitrag zur Caritas leisten. Mit Ihrem vielfältigen Einsatz stärken Sie Menschen, öffnen Türen und gestalten Zukunft. Danke für Ihr Engagement! Für das Jahr 2026 wünsche ich uns allen ein Jahr des Miteinanders und der Zuversicht!