In der Podiumsdiskussion ging es im Kern um die Entlastung der Pflegepraxis, genauer darum, wie Einrichtungen von unnötiger Bürokratie entlastet werden können und welche Rolle digitale bzw. hybride Lösungen am Beispiel des Bezahlsystems "Parto", da seit Ende 2025 im Wohnhaus Nordkirchen getestet wird, dabei spielen. Gerade bei der Verwaltung von Geldern der Klienten*innen binden analoge Prozesse oft viel Zeit, erzeugen Fehlerquellen und erschweren moderne Arbeitsweisen.
André Bußkamp, Ressortleiter Beratung & Wohnen, bei der ALTENPFLEGE Messe in Essen im April 2026.Parto Group GmbH
Im Mittelpunkt des Austauschs mit Moderator Thomas Heuck und Frank Reimer von der Diakonie Nord Nord Ost standen die Perspektiven der Praxis und der Träger sowie die strukturellen Herausforderungen, mit denen viele Einrichtungen konfrontiert sind. André Bußkamp machte deutlich, dass manuelle Kassenführung, Papierbelege und ein hoher Abstimmungsaufwand in vielen Einrichtungen weiterhin erhebliche personelle Ressourcen binden und vermeidbare Bürokratie erzeugen. Er ordnete diese Belastungen nicht als Einzelfälle, sondern als Ausdruck eines strukturellen Problems ein, das Fehleranfälligkeit erhöht, Teams belastet und Modernisierung bremst. Zugleich betonte er, dass der richtige Zeitpunkt zum Handeln jetzt sei: Digitale Lösungen seien heute praxistauglich, schrittweise einführbar und ohne Bruch im laufenden Betrieb umsetzbar.
Wenn administrative Routinen vereinfacht werden, gewinnen Mitarbeiter*innen Zeit zurück, die wieder der eigentlichen Arbeit mit den Menschen zugutekommen kann. Darüber hinaus hob er hervor, dass hybride Modelle aus Bargeld und digitalen Angeboten keine Einschränkung bedeuten, sondern Wahlmöglichkeiten erweitern. Aus seiner Sicht entsteht so ein doppelter Nutzen: mehr Effizienz in den Abläufen und zugleich mehr Selbstständigkeit und Teilhabe für Klient*innen im Alltag.
Die Botschaft der Diskussion war eindeutig: Nicht Bargeld sei das Problem, sondern die unnötige Bürokratie dahinter. Lösungen zur Entlastung seien schon heute möglich und wirkten sofort. Der erste Schritt sei mehr Effizienz im Alltag, der nächste mehr Teilhabe für Klienten*innen.