Der Aktionstag Schichtwechsel bringt bundesweit Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. BAG WfbM
Der Aktionstag Schichtwechsel bringt bundesweit Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Beschäftigte aus Werkstätten wechseln für einen Tag in Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes; im Gegenzug können Mitarbeitende aus Unternehmen den Alltag in Werkstätten für Menschen mit Behinderung kennenlernen. Der Perspektivwechsel soll Berührungsängste und Vorurteile abbauen sowie Einblicke in unterschiedliche Arbeitsfelder ermöglichen.
"Der Schichtwechsel macht jedes Jahr deutlich, dass Inklusion im Arbeitsleben vom Engagement aller Beteiligten lebt", sagt Michael Kempf, Ressortleiter Arbeit & Rehabilitation des Caritasverbandes. "Hierbei geht es nicht nur um spannende Einblicke, sondern auch die Möglichkeit allen Beteiligten neue Wege aufzuzeigen. Bestenfalls entstehen sogar weiterführende Kooperationen in Form eines Praktikums oder eines ausgelagerten Arbeitsplatzes."
Wie vielfältig die Erfahrungen waren, zeigen schon zwei Beispiele der Aktion: Jonas Friedhoff aus der Caritas-Werkstatt Lüdinghausen bekam bei Amazon in Werne spannende Einblicke. Er wurde offen empfangen und so angeleitet, dass er Aufgaben selbstständig ausprobieren konnte. Dazu gehörte zum Beispiel das Öffnen von Paketen und das Packen von Kisten für andere Amazon-Standorte. Besonders beeindruckte ihn die Größe des Lagers.
Carsten Rotte aus der Caritas-Werkstatt Lünen, Betriebsstätte InduPart, tauschte seinen Arbeitsplatz in der Elektro-Montage gegen einen Tag mit der Küche des Seniorenzentrums an der Lippe in Lünen. Der Schichtwechsel passte perfekt zu ihm: Er kocht auch privat gern und hatte sich ausdrücklich einen Einblick in eine Großküche gewünscht. Der Arbeitstag hielt gleich eine Herausforderung für ihn bereit: Nachdem die Spülmaschine zeitweise ausgefallen war, half Rotte dabei, das Geschirr rechtzeitig für das Mittagessen fertigzustellen. "Das war richtig gut! Ich habe mich wohlgefühlt dort", berichtete er nach dem Schichtwechsel.
Für die Caritas-Werkstätten bestätigt die Resonanz, dass direkte Begegnungen Türen öffnen und konkrete Schritte zu mehr Teilhabe am Arbeitsleben anstoßen können.