"Man spricht nicht mehr so viel über Demenz", empfindet Heike Haust, Einrichtungsleitung der Caritas-Sozialstation Lüdinghausen. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, Menschen immer wieder darauf hinzuweisen, sich für den Fall der Fälle ein Netzwerk aufzubauen, das bei der Diagnose Demenz unterstützt. Mit einer Buchlesung und anschließender Gesprächsrunde am 18. Juni möchte die Sozialstation Lüdinghausen die Öffentlichkeit für das Krankheitsbild Demenz sensibilisieren.
Bestseller-Autorin und Freie Traurednerin Katrin Hummel liest am 18. Juni in der Caritas-Sozialstation aus ihrem Buch „Gute Nacht, Liebster“. Holde Schneider
Bestseller-Autorin und Traurednerin Katrin Hummel liest zunächst einige Kapitel aus ihrem Buch "Gute Nacht, Liebster" vor. Aus der Ich-Perspektive ihrer Mutter erzählt sie, wie die Demenz-Diagnose ihres Vaters die Ehe ihrer Eltern bis zuletzt verändert hat. "Das Herz der Besucher öffnet sich", weiß Hummel, wenn sie aus dem Kapitel vorliest, in dem ihre Eltern sich kennenlernen. Dann die plötzliche Wendung: Ihr Vater erkrankt an Demenz, ihre Mutter merkt, dass es kein Zurück mehr gibt, stößt immer wieder an ihre Grenzen, doch begleitet ihren Mann bis zuletzt. "Das ist gar nicht der Mensch, den ich einst kennengelernt habe", ist ein Gedanke, den Angehörige oft haben, wie Autorin Hummel aus privater und Einrichtungsleitung Haust aus beruflicher Erfahrung wissen.
Gerade deshalb möchte die Sozialstation im Rahmen der Buchlesung einen Raum schaffen, in dem sich Angehörige miteinander vernetzen, sie dazu motivieren, sich rechtzeitig ein Hilfesystem aufzubauen, sie auf konkrete Unterstützungsangebote hinweisen. "In der Sozialstation bieten wir Betreuungsleistungen an, die Angehörige spürbar entlasten und sich sehr individuell am Bedarf der Familien orientieren", fügt Haust hinzu. Möglich sei zum Beispiel eine stundenweise Betreuung zu Hause, damit Angehörige eigene Termine wahrnehmen können. Qualifizierte Seniorenbegleiter*innen betreuen Menschen mit Demenz in ihren eigenen vier Wänden, ermöglichen auf Wunsch und bei Bedarf auch Erlebnisse wie einen Kinobesuch.
Im Anschluss an die Lesung können die Teilnehmer*innen ihre Fragen sowohl an die Autorin als auch die Expertinnen der Sozialstation stellen. "Ich möchte die Menschen ermutigen, sich mit dem Thema Demenz zu beschäftigen", so Hummel. Die Buchlesung mit Bestseller-Autorin und Freien Traurednerin Katrin Hummel findet am 18. Juni von 16.30 bis 19 Uhr im Caritas-Haus Lüdinghausen (Bahnhofstraße 24) statt. Anmeldungen nehmen Heike Haust und Christiane Gremmer entgegen (gremmer@caritas-coesfeld.de oder 02591-235-4025).