Für die heute 74-jährige Anne Eschen aus Lüdinghausen beginnt jede Seniorenreise lange vor der eigentlichen Abfahrt. Im Vorfeld erhält sie die Gästeliste, macht sich mit den Reisebedingungen vertraut und bereitet sich sorgfältig auf die Gruppe vor. "Es sind oft dieselben, die mitkommen", verrät sie. Die Gruppen seien in den letzten Jahren vertrauter geworden, der Umgang persönlicher und unkomplizierter. Mit einer Vorstellungsrunde am ersten gemeinsamen Abend sorgt Eschen dafür, dass auch neue Teilnehmer*innen schnell Anschluss finden. "Ganz viele Freundschaften entstehen", erzählt sie.
Anne Eschen begleitet seit über 10 Jahren ehrenamtlich Seniorinnen und Senioren auf ihren Reisen. privat
Die Tagesabläufe sind klar strukturiert, lässt den Reisenden jedoch viel Freiheit. Morgens trifft sich die Gruppe im Gemeinschaftsraum zum Frühstück an festen Tischen, auf Wunsch ergänzt durch einen kurzen Morgenimpuls und Gymnastikübungen. Zwischen den gemeinsamen Mahlzeiten entscheiden die Senioren*innen selbst, wie sie ihren Tag gestalten: mit Spaziergängen, kleinen Ausflügen, Stadtbummeln, einem Besuch im Kurpark oder einfach mit Zeit zur Erholung. Auch hier beobachtet die ehrenamtliche Reisebegleiterin aufmerksam die Gruppendynamik: "Ich sorge dafür, dass niemand allein geht."
Abends stehen gesellige Angebote, vor allem Spieleabende mit dem eigens dafür angeschafften Spielekoffer auf dem Programm. Skip-Bo, Rommé, Doppelkopf, Skat und Elfer Raus! seien sehr beliebte Kartenspiele, weiß Eschen. Sie selbst hat in den letzten Jahren durch die Reisen mit den Seniorinnen und Senioren einige Spiele kennengelernt und für sich entdeckt. Sowieso nimmt sie viel aus den Seniorenreisen mit. Zwar sind die Reisen für die Lüdinghausenerin kein Urlaub, sondern vielmehr eine Mischung aus Organisation, Begleitung und Freizeit. Doch die Offenheit der Senioren*innen, ihre Dankbarkeit und die spürbare Freude am Miteinander geben ihr viel zurück, weiß sie zu schätzen. Und sie verspricht: "Solange es meine Gesundheit zulässt, mache ich weiter."
Mit vielen kleinen Gesten trägt Eschen dazu bei, dass sich die Seniorinnen und Senioren willkommen und wertgeschätzt fühlen: "Sie sollen es doch schön haben, ist doch Urlaub." Sie legt kleine Sprüche, gebastelte Schiffchen oder andere Aufmerksamkeiten auf die Frühstücksteller und schafft so einen freundlichen, zugewandten Start in den Tag. So entsteht eine Atmosphäre, in der Vertrauen wächst und neue Freundschaften ganz selbstverständlich entstehen.
Auch Eschen hat durch die Seniorenreisen eine neue Freundin aus Dülmen, die nun als ehrenamtliche Reisebegleiterin tätig ist, gewonnen. Die beiden begleiten im August dieses Jahres gemeinsam die Reise nach Bad Rothenfelde. Andere Ziele, die in diesem Jahr noch ausstehen, sind Bad Lauterberg (18.07. - 27.07.2026), Langeoog (21.08. - 30.08.2026) und der Möhnesee (31.08. - 07.09.2026).
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