Betreuungskräfte wie Christa Maurer, ihre Kollegin Silke Kroner und ihr Kollege Marco Museler unterstützen pflegebedürftige Menschen bei alltäglichen Dingen in vertrauter Umgebung. Museler beispielsweise betreut seit acht Jahren einen Senior, der mittlerweile über 90 Jahre ist. "Früher sind wir viel spazieren gegangen. Heute sitzen wir im Wohnzimmer, sprechen oder gehen mit Rollator und Rollstuhl kurz nach draußen", erzählt er. Wenn Betreuungskräfte immer dieselben Personen begleiten, entstehe eine vertraute Beziehung. Die Klientinnen und Klienten fühlen sich sicherer und müssen sich nicht ständig auf neue Menschen einstellen. Gleichzeitig kennen die Betreuungskräfte die persönlichen Bedürfnisse und Gewohnheiten sehr genau. So können sie Veränderungen schneller wahrnehmen und passgenauer unterstützen, indem sie zum Beispiel direkt mit Kollegen*innen aus der Pflege Kontakt aufnehmen. Entscheidend ist auch die "Chemie": Sie muss stimmen, damit sich die betreuten Menschen öffnen und die Betreuung als echte Hilfe erleben.
Bettina Mewes, Silke Kroner, Marco Museler und Christa Maurer (von links nach rechts) wissen, wie bedeutsam persönliche Betreuung für ältere Menschen sein kann.Caritas Coesfeld
Die individuelle Betreuung richtet sich sowohl an Menschen mit demenziellen oder psychischen Erkrankungen als auch an Menschen mit geistigen Behinderungen. "Man muss sich immer mit den Krankheitsbildern auseinandersetzen und sensibel auf die Menschen eingehen", weiß Teamleitung Bettina Mewes. Während der Betreuung geht es vor allem um persönliche Zuwendung, Aktivierung und Entlastung im Alltag. Die Betreuungskräfte unterstützen die Menschen stundenweise in ihrer vertrauten Umgebung - zum Beispiel durch Gespräche, gemeinsames Spielen, Bewegungsübungen, kreative Tätigkeiten, Begleitung zu Arztterminen oder beim Einkaufen. Ziel ist es, Sicherheit zu geben, Mobilität zu fördern und Einsamkeit entgegenzuwirken. Viele Menschen "blühen richtig auf", wenn sie gemeinsam aktiv sind oder einfach jemanden haben, die oder der zuhört und Zeit mitbringt.
Für Angehörige bedeutet die Betreuung vor allem Entlastung. Sie wissen ihre Angehörigen gut versorgt und können in dieser Zeit eigene Termine wahrnehmen oder einfach durchatmen. Gleichzeitig gibt ihnen die enge Zusammenarbeit mit den Betreuungskräften Sicherheit, da Veränderungen früh wahrgenommen und bei Bedarf gemeinsam mit Pflegekräften oder Angehörigen abgestimmt werden können.
Die Betreuungskräfte erleben, dass viele Menschen unter Einsamkeit leiden und mehr persönliche Zuwendung und Begleitung bräuchten, als sie aktuell erhalten. Aus ihrer Sicht wird der Bedarf an Betreuung oft unterschätzt, obwohl sie für viele Betroffene ein wichtiger Halt und ein zentraler Bestandteil der Lebensqualität sein kann. Wer Betreuung in Anspruch nehmen möchte, kann sich direkt an die Sozialstationen wenden.
Hier finden Sie die Ansprechpartner*innen der Sozialstationen.