In den Caritas-Tagespflegen kommen Menschen mit und ohne Demenz zusammen und verbringen einen abwechslungsreichen Tag in Gesellschaft.Caritas Coesfeld
Demenz ist längst kein Randthema mehr. In Deutschland leben laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Zwar steigt das Risiko mit zunehmendem Alter, doch Demenz kann auch jüngere Menschen treffen. Zudem wirkt sich eine Erkrankung immer auch auf das Umfeld aus: auf Partnerinnen und Partner, Kinder, Enkel, Freundeskreise, Nachbarschaft und Kolleginnen und Kollegen.
Der Welt-Alzheimertag 2026 und die daran anschließende Woche der Demenz greifen dieses breite gesellschaftliche Thema unter dem Motto "Demenz - (k)eine Frage des Alters" auf. "Eine Demenzerkrankung verändert den Alltag - für die Betroffenen selbst, aber auch für Angehörige und das soziale Umfeld. Umso wichtiger ist es, frühzeitig miteinander ins Gespräch zu kommen, Wissen zu vermitteln und Unterstützungsangebote sichtbar zu machen", betont Veronika Reuter, Fachbereichsleitung Tagespflegen beim Caritasverband. Mit seinen Tagespflegen begleitet der Caritasverband Menschen mit Demenz, fördert vorhandene Fähigkeiten und unterstützt sie dabei, Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Gleichzeitig werden Angehörige entlastet und beraten. Grundlage der Arbeit ist ein eigenes Demenzkonzept, das die Haltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prägt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Mensch mit seiner Lebensgeschichte, seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen und nicht die Diagnose.
Neben einigen Aktionen für die Gäste der Caritas-Tagespflegen sind auch Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geplant: In Südkirchen lädt die Caritas-Tagespflege am 21. September von 14 bis 15.30 Uhr zu einem Erinnerungs-Café mit Kaffee und Kuchen ein. Bereits ab dem Vormittag wird eine Erinnerungswand installiert. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, persönliche Erinnerungen unter der Fragestellung "Was möchte ich niemals vergessen?" in Herzform auf der Erinnerungswand zu sammeln. Ein weiterer Schwerpunkt folgt am 24. September in Ascheberg: Von 17 bis 18.30 Uhr findet in der Caritas-Tagespflege Ascheberg der Vortrag "Autofahren und Demenz" statt. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Alzheimergesellschaft für den Kreis Coesfeld angeboten und greift ein Thema auf, das viele Familien bewegt. Denn Mobilität bedeutet Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität, zugleich braucht es bei einer Demenzerkrankung einen sensiblen Blick auf Verantwortung und mögliche Gefahren.
"Wir möchten Menschen ermutigen, Fragen zu stellen und sich beraten zu lassen. Demenz darf kein Tabuthema sein. Je besser Angehörige, Nachbarschaft und Gesellschaft informiert sind, desto leichter kann Teilhabe im Alltag gelingen", sagt Veronika Reuter. Denn Demenz geht alle Generationen an. Sie kann Familien, Freundeskreise, Nachbarschaften und Arbeitsumfelder gleichermaßen berühren. Deshalb setzt der Caritasverband auf Aufklärung, Begegnung und konkrete Unterstützung vor Ort. Ziel ist eine demenzfreundliche Gesellschaft, in der Betroffene und ihre Angehörigen nicht allein bleiben, sondern Verständnis, Beratung und Begleitung erfahren.