Brunhild Bücker und Bruno Bierschenk (v.l.) fahren gemeinsam das Mittagessen auf einer Tour durch Seppenrade aus. Caritas Coesfeld
Essen auf Rädern ist für viele Menschen weit mehr als eine warme Mahlzeit: Das Angebot unterstützt eine verlässliche Versorgung, ermöglicht soziale Kontakte und kann im Alltag ein wichtiger Sicherheitsanker sein. Die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer des Caritasverbandes erleben auf ihren Touren täglich, wie bedeutend der kurze Besuch an der Haustür für viele Kunden ist. Brunhild Bücker und Bruno Bierschenk aus Lüdinghausen berichten, warum ihr Ehrenamt für sie selbst ebenso bereichernd ist wie für die Menschen, die sie beliefern.
Brunhild Bücker und Bruno Bierschenk fahren seit vier Jahren regelmäßig gemeinsam eine Tour für Essen auf Rädern in Seppenrade. Er übernimmt meist das Fahren, sie die Übergabe der Mahlzeiten. "Der Kontakt mit den Menschen ist es", sagt Brunhild Bücker über das, was ihr an der Aufgabe besonders Freude macht. Seit 2022 engagiert sie sich bei Essen auf Rädern. Nach dem Eintritt in den Ruhestand suchte sie eine sinnvolle Beschäftigung, bei der sie mit Menschen in Verbindung bleibt. "Man hat schon das Gefühl, dass sich die Leute freuen, wenn wir vorbeikommen", berichtet sie. Oft bleibe Zeit für ein kurzes Gespräch - manchmal müsse man es sogar freundlich beenden, weil die Tour weitergehe.
Auch Bruno Bierschenk wollte sich im Ruhestand ehrenamtlich engagieren. Vor allem der menschliche Aspekt hat ihn für ein Engagement bei "Essen auf Rädern" motiviert: "Nicht das reine Essen ausliefern - dann hätte ich auch bei einem Pizzadienst anfangen können. Mir ging es darum, den Leuten noch einen kleinen Dienst zu erweisen.", sagt er. Diese kleinen Dienste können im Alltag viel bedeuten: ein kurzes Gespräch, ein Blick darauf, ob alles in Ordnung ist, manchmal auch eine kleine Hilfe wie ein schwer zu öffnendes Glas oder das Blumengießen. Gerade bei alleinlebenden älteren Menschen kann der regelmäßige Besuch Sicherheit geben. "Wir haben auch schon Kundinnen oder Kunden in der Wohnung vorgefunden, die gestürzt waren und gar nicht mehr aufstehen konnten", berichtet Bierschenk. Solche Erfahrungen zeigen, welche große Bedeutung das persönliche Überreichen der Essenslieferung haben kann. "Wir legen großen Wert auf den persönlichen Kontakt mit den Kunden. Wir klingeln immer an und warten gerne geduldig, bis uns die Haustür geöffnet wird", sagt auch Marion Danielczyk, Koordinatorin des Caritasverbandes für den Dienst Essen auf Rädern. "Man bringt eigentlich viel mehr als nur Essen", sagt Bierschenk und bringt es damit gut auf den Punkt.
Das Angebot richtet sich jedoch nicht ausschließlich an Seniorinnen und Senioren. Auch Menschen, die vorübergehend Unterstützung benötigen - etwa nach einem Unfall, bei Krankheit oder in belastenden Lebenssituationen - können von Essen auf Rädern profitieren. Bücker erinnert sich etwa an eine junge Mutter, die es zeitweise nicht schaffte zu kochen, oder an Menschen mit gebrochenen Armen. "Es ist gut, dass es so etwas gibt. Nicht nur für alte Leute", sagt sie. Und dabei steht und fällt das Angebot von Essen auf Rädern durch das große Engagement der Ehrenamtlichen. "Aktuell haben wir 80 Ehrenamtliche im Team, die tagtäglich und auch an Feiertagen unsere Kundinnen und Kunden mit einem warmen Mittagessen versorgen", betont Koordinatorin Danielczyk. Ohne diesen verlässlichen ehrenamtlichen Einsatz könnte das Angebot in dieser Form nicht aufrechterhalten werden - ein Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement allen zugutekommt. Ihnen gilt daher ein besonderer Dank.
Interessierte können sich für ein ehrenamtliches Engagement und weitere Informationen zum Angebot von Essen auf Rädern gerne an Marion Danielczyk unter 02591 235-4026 oder danielczyk@caritas-coesfeld.de wenden.